






Am 01. Mai 1926 wird durch Eugen Pflieger in Anknüpfung an die Familientradition in Sindelfingen eine Kolonialwarenhandlung eröffnet. Gleichzeitig wird als weiteres Standbein ein Pkw-Mietwagenverkehr angegliedert. Damals war nicht abzusehen, welche dynamische Entwicklung das Unternehmen in den folgenden Jahrzehnten nehmen sollte.
Über die Erweiterung um eine Omnibusvermittlung und eine Buchungsstelle für Omnibusreisen kam Eugen Pflieger 1928 zum ersten Mal mit dem Omnibusgewerbe in Kontakt. 1933 wurde ein eigenes Reisebüro eröffnet. In den Folgejahren wurden mit vier Omnibussen Schulausflüge, Vereins- und Gesellschaftsreisen sowie Urlaubsreisen durchgeführt.
Zu der erfolgreichen Präsenz in der Bustouristik traten bald mehrere Linienverkehre für Berufstätige, unter anderem in den Raum Rottenburg, Nagold und nach Pforzheim hinzu.
Durch Kriegseinwirkung erlitt das Unternehmen schwere Rückschläge. 1945 begann Eugen Pflieger - stets unterstützt von seiner im Betrieb stark engagierten Ehefrau Emma Pflieger - mit dem Wiederaufbau.
Vermietung von Omnibussen an die Deutsche Bundespost, Überland-Linienverkehre, eine Pkw-Vermietung sowie die Wiederaufnahme von Ausflugsfahrten und Gesellschaftsreisen waren erste Stationen des Neuanfangs nach dem Krieg.
Die im Jahre 1950 in eigener Initiative erfolgte Gründung des Stadtverkehrs in Böblingen und Sindelfingen (damals je 8000 Einwohner) wurde schließlich zu einem Meilenstein des Unternehmens. Aus kleinsten Anfängen heraus wurde der Stadtverkehr Sindelfingen-Böblingen zu einem der bedeutenden, großen privaten Nahverkehrsbetriebe in Baden-Württemberg auf- und ausgebaut.
Aus der städtebaulichen Expansion von Böblingen und Sindelfingen als Folge der stark zunehmenden Industrialisierung ergaben sich hohe Anforderungen an das Unternehmen: Galt es doch mit jedem neu erbauten Stadtteil und mit jeder neuen Siedlung den Stadtverkehr Sindelfingen-Böblingen um neue Linien zu erweitern oder das bestehende Angebot zu verdichten.
Die stetige Fortentwicklung und Ausdehnung des Stadtverkehrs, für den damals keinerlei öffentliche Zuschüsse zur Verfügung standen, war dem schwäbischen Familienunternehmen nur unter großem finanziellem und persönlichem Engagement möglich.
Waren es 1950 noch zwei Busse und 126 759 beförderte Personen, nutzen heute bei einem Fuhrpark von rund 75 Pflieger-Bussen jährlich über 9 Millionen Fahrgäste die 24 Linien des STADTVERKEHR BÖBLINGEN-SINDELFINGEN im Industrie- und Wirtschaftsraum Böblingen/Sindelfingen mit inzwischen über 110 000 Einwohnern. Zusätzlich werden zahlreiche Schüler- und Auftragslinienverkehre durchgeführt. Damit leistet das Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur Mobilität der Menschen in dieser Region.
1993 brachte die tarifliche Vollintegration des STADTVERKEHR BÖBLINGEN-SINDELFINGEN in den Verkehrs- und Tarifverbund (VVS) weiter steigende Fahrgastzahlen und eine nochmals höhere Attraktivität.
Parallel zum STADTVERKEHR BÖBLINGEN-SINDELFINGEN wurde die Bustouristik und der Betrieb der zwei Reisebüros mit IATA-Lizenz in Böblingen und Weil der Stadt mit viel Erfolg fortgeführt und ausgebaut. Für eigenveranstaltete Reisen wie auch zur Vermietung stehen heute modernste, klassifizierte Reisebusse zur Verfügung. Die Pflieger-Chauffeure sind auf allen Straßen Europas zu Hause.
Mit dem Tod des Firmengründers Eugen Pflieger 1979 übernahmen seine Söhne Otto und Hermann Pflieger das Unternehmen und führten es zielstrebig fort. Hermann Pflieger, der damals schon einige Jahre an der Spitze des Unternehmens stand, obliegt seitdem die Geschäftsführung.
Ein Höhepunkt in der dynamischen Firmengeschichte war die Verlegung des Firmensitzes von Sindelfingen nach Böblingen: 1984 wurde im Industriegebiet Hulb ein BusbetriebsCentrum nach modernsten Erkenntnissen erstellt. An dem neuen Standort wurden die Voraussetzungen geschaffen, den gestiegenen Anforderungen an ein Busunternehmen heute und in der Zukunft gerecht werden zu können.